Tenna Hospiz – altersfreundlich leben in den Bergen

Othmar F. Arnold, Verein Tenna Hospiz

Altersfreundliche Umgebungen für "ältere Bergler"

Das Projekt "Alte Sennerei" - pflegegerechter Wohnraum für den letzten Lebensabschnitt in Tenna, Gemeinde Safiental, ist der Beginn der Entwicklung einer altersfreundlichen Umgebung in einem Randgebiet mit typischer Walser Streusiedlung. In Tenna können die Bewohnerinnen und Bewohner des Hospiz’ weiterhin zum Dorfleben beitragen und mit der grossen weiten Welt in Verbindung bleiben. In dieser Wohngemeinschaft mit hoher Kompetenz in Palliative Care, Demenzpflege und Sterbebegleitung werden pflegende Angehörige mit einbezogen und entlastet. Dies ist möglich durch ein Zusammenspiel von ambulanten Diensten und einem stationären Angebot. Der gemeinnützige Verein Tenna Hospiz arbeitet dafür mit der öffentlichen Hand und anderen zivilgesellschaftlichen Initiativen.

Eine partizipative Initiative

Alternspolitik kann auch von unten angestossen werden. Das Projekt “Alte Sennerei”, Tenna entsprang der Betroffenheit von pflegenden Angehörigen und Pflegefachkräften. Sie träumten davon, dass es doch einen Ort geben muss, der sich für Bergler wie Zuhause anfühlt, auch wenn das Leben zu Hause zu schwierig wird.

Die neueste Forschung bestätigt immer wieder, dass soziale Isolation und Einsamkeit die schlimmsten Krankheiten sind, an denen hochaltrige Menschen leiden. Die Medizin hat keine „Kur“ dagegen anzubieten. Deshalb schafft der Verein Tenna Hospiz mit einem partizipativen Planungsprozess Wohnraum, der generationenübergreifend funktioniert und örtlich wie auch kulturell in eine funktionierende Dorf- und Talgemeinschaft eingebettet ist. Durch das Einbeziehen von Freiwilligen und bestehenden Aktivitäten, wie etwa einer Jassgruppe, werden kostspielige Doppelspurigkeiten vermieden, so dass ein Platz in der Wohngemeinschaft für alle erschwinglich bleibt.

Als zivilgesellschaftliche Initiative nehmen wir die Verantwortung wahr, um für ein verbessertes Angebot nicht mehr Mittel von der öffentlichen Hand zu fordern, sondern ein Modell zu schaffen, das weder die Steuerzahler noch die privaten Versicherer zusätzlich kosten wird.

Umsetzung des Projekts

Am 1. September 2019 war der feierliche Spatenstich. Das beseelte Gebäude für die Wohngemeinschaft wird Ende 2020 fertiggestellt sein. Der Leistungsauftrag für das innovative Modell kommt nicht vom Staat, sondern von den Betroffenen und ihren Angehörigen: 80% der eingegangenen Spendengeldern stammen von ihnen – ein Umstand der verpflichtet und motiviert.

Viele zukünftige Bewohner und Bewohnerinnen sind mit dem Ort und der Kultur verwurzelt. Das spiegelt sich auch in der Bauausführung des Projektes “Alte Sennerei". Einheimische Unternehmer erstellen ein Holzgebäude, dessen Rohmaterial zwei Kilometer von der Baustelle weg über Jahrzehnte gewachsen und vom heutigen Zielpublikum des Vereins gepflegt worden ist. Damit trägt der Verein Tenna Hospiz bei, dass die unausweichlich scheinende Abwanderung aus dem Berggebiet für die alternden Menschen, wie auch für die aktive Generation, verringert werden kann.


















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